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Sterben die Suchergebnislisten in der mobilen Suche aus?

Google entwickelt sich mit Riesenschritten weiter – weg von einer Suchmaschine – hin zur Finde-Maschine. Nicht nur die kontinuierlichen Qualitätsupdates verbessern stetig die Qualität der Suchergebnisse, auch werden immer mehr Inhalte und Ergebnisse direkt in den Suchergebnislisten angezeigt. So spart man sich bei vielen Suchanfragen bereits den Klick auf ein Ergebnis. Besonders deutlich wird dies bei der mobilen Suche. Hier kann Google aufgrund des Standorts und der eindeutigen Zuordnung zu einem Nutzerprofil schon viel genauer verstehen, was der Nutzer sucht. Teilweise schon ganz ohne Suchbegriffe. Stark begünstigt wird diese Entwicklung durch die immer häufiger eingesetzten semantischen Auszeichnungen von Quellcodes wie beim HTML5-Standard oder durch schema.org und co.

Gründe, warum die mobilen Suchergebnislisten bei Google bald überflüssig werden könnten:

1. Google Now:
Keine Frage. Google Now steht noch am Anfang seiner Entwicklung. Aber schon jetzt wird dem Nutzer weitergeholfen, ohne dass auch nur ein Suchbegriff eingegeben werden muss. Es werden automatisch Karten inkl. aktueller Verkehrslage auf dem Weg zur Arbeit angezeigt. Und zwar immer zu der Zeit und Wochentag, an dem der Nutzer aufgrund seines Nutzungsprofils sich tatsächlich auf dem Weg dorthin befindet – natürlich unter Berücksichtigung des am häufigsten genutzten Verkehrsmittels. Sport-Ergebnisse des Lieblingsvereins werden automatisch angezeigt – oder auch interessante Orte in der Nähe einer neuen Gegend. Befindet man sich im Ausland wird einem mit dem Google Translator direkt weitergeholfen.

Google Now wird sicher immer weiter entwickelt – beim Google-Phone Nexus 5 ist auch schon eine ganze Seite nur für Google Now vorreserviert.
2. Suggestions 2.0:
Schon lange werden bereits bei Eingabe eines Suchbegriffes wahrscheinlich gesuchte Begriffe angezeigt.

Einen Schritt weiter geht Google nun damit, dass konkrete Suchziele gleich eingeblendet werden. Gibt man die ersten Zeichen einer Band/Musikers ein, erscheint neben den „normalen“ Suggestion-Vorschlägen auch gleich der Link zum Wikipedia-Artikel, zum Download des neuesten Albums oder zum Durchsuchen des Mobilgerätes selbst.
3. Hummingbird-Update:
Google-mobile-Suche-EiffelturmDas (Hummingbird) Kobilbri-Update, dass Google seit kurzem in den Algorithmus mit einfließen lässt, betrifft ca. 90% aller Suchanfragen. Google versteht nun ganze Sätze und Fragen besser und kann den semantischen Zusammenhang der Suchanfrage besser verstehen. Das ist natürlich auch ein großer Vorteil, der für die Spracheingabe genutzt werden kann.

Wenn Google nun die Frage des Nutzers versteht, kann auch gleich die passende Antwort angezeigt werden. Beispiel: „Wie hoch ist der Eiffelturm?“ -> Antwort Google (ohne die Suchergebnisseiten verlassen zu müssen): 324m.

Weil Google sowohl die Semantik der Suchanfrage als auch die Semantik auf der Quell-Webseite Wikipedia.org versteht und direkt zusammenführen kann.
4. Location-based Services:
Google nutzt vor Ausführung einer mobilen Suche den Standort des Nutzers und kann ihm so gleich relevante Orts-Ergebnisse anzeigen. Klassische Beispiele sind: „Kino“ oder „Wetter“.

Bei diesem Suchbegriffen wird nicht etwa eine Suchergebnisliste mit den besten Kino-Vergleichen oder tollsten Wetter-Websites angezeigt, sondern gleich das nächstgelegene Kino inkl. aktuellem Programm und Eintrittspreis. Auch das Wetter nebst Vorhersage für den aktuellen Ort wird zurückgegeben.
5. Apps:
Manche sagen, Apps sind der große Konkurrent von Suchaufträgen, andere sagen, sie sind eine Ergänzung. Wie auch immer, durch immer mehr und bessere Apps werden viele Suchanfragen überflüssig. Man findet die Lösung ja schließlich in der schicken App eine Klick weiter.

Was denkt Ihr? Wo geht der Weg der Suchergebnislisten hin? Sind wir (bzw. Google) vor allem in der mobilen Suche bald soweit und brauchen gar keine Ergebnislisten mehr?